Während der von DIE LINKE beantragten Aussprache zum Thema „Gute Arbeit – Gute Löhne auch für die Beschäftigten der Zeitungsredaktionen und Verlagshäuser in Mecklenburg-Vorpommern“, äußerte der Wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Wolfgang Waldmüller:

„Die Medienlandschaft ist das demokratische Bindeglied zwischen Landtag, Ministerien, Verbänden und der Gesellschaft. Deswegen brauchen wir qualitativ hochwertigen Journalismus - auch dann, wenn er sich wirtschaftlich nicht rechnet. Ich habe bereits im September 2017 angeregt, dass wir das dänische Modell einer Förderung von Qualitätsjournalismus ergebnisoffen diskutieren. Nach dem dänischen Modell wird Qualitätsjournalismus aus Steuermitteln subventioniert, zugleich ist das Modell staatsfern organisiert, das heißt, eine politische Einflussnahme auf die Arbeit der Redaktionen findet nicht statt.

Damit wäre den Medien im Land allemal mehr geholfen, als mit der politisch sehr durchsichtigen Unterstellung der Fraktion DIE LINKE, die SPD verhalte sich bigott, weil sie einerseits Flächentarife, restriktive Vergabegesetze und allgemein ein höheres Lohnniveau fordert, während sie bei der eigenen Verlagsholding Haustarife billigt.

 

Der Strukturwandel in der Medienlandschaft hat empfindliche Folgen für die Arbeitsmarktsituation in Verlagen und Redaktionen. Das Onlineangebot hat enorm an Bedeutung gewonnen. Im Bereich der Printmedien gibt es gerade in einem dünn besiedelten Flächenland einen sehr kostenintensiven Vertrieb. Weitere Herausforderungen sind ein anspruchsvolles Anzeigengeschäft und rückläufige Auflagen.
 
Auch wenn die heutige Aussprache ganz offenkundig auf die SPD-Medienholding Madsack anspielt, ist das Problem eines, das beileibe nicht nur Madsack betrifft, sondern unter dem auch anderen Verlage ächzen. Ich halte wenig davon, Bezahlung und Qualität im Printjournalismus parteipolitisch ausschlachten zu wollen.“